Gegründet wurde der RCE während der Vorbereitungen für das 75-jährige Bestehens des Gesangvereins »Concordia«. An dessen Festzug sollte eine Fahrradgruppe teilnehmen. Die »Festradfahrer« trafen sich am 15. Juni 1914 in der Gastwirtschaft »Zum Feuchten Eck« und beschlossen danach die Gründung eines Rad-Vereins. Als Kleidung zu offiziellen Anlässen wurde festgelegt: weiß mit grün-weißen Schärpen und Mützen mit grünem Stern.

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Nach sechs Jahren ist Schluss

Im Juli 1914 errang der Verein seinen ersten Erfolg bei einem Preiskorsofahren in Kransberg im Taunus – doch schon im August war es vorbei mit der Vereinstätigkeit: der Erste Weltkrieg begann. 1920 trafen sich sechs Mitglieder zur Wiederbelebung, die mit einem Gartenfest samt Vereinsrennen gelang. Regelmäßig nahm der Verein in den Folgejahren an Straßenrennen, Preiskorsofahren und den damals weitverbreiteten Wanderfahrten teil. 1922 beschaffte man ein Vereinsbanner, das beim Bundesfest der »Taunus-Wetterauer-Radfahrervereinigung« geweiht wurde. Das Banner ist heute noch im Besitz des Clubs, wurde 1965 einer Restaurierung unterzogen und ist regelmäßig bei Veranstaltungen zu sehen.

Die Machtübernahme durch die Nazis machte 1934 aus dem 1. Vorsitzenden den »Vereinsführer« der die übrigen Mitglieder des Vorstands ernannte. Der zweite Radfahrverein Nieder-Wöllstadts, der 1918 gegründete »Arbeiter Radfahrverein Solidarität«, wurde verboten und aufgelöst. Dem »Edelweiß« wurde nahegelegt, sich im Sinne der Gleichschaltung dem Turnverein anzuschließen. Der Vorstand erwies sich jedoch in dieser Angelegenheit sehr geschickt und konnte den Zusammenschluss auch in den folgenden Jahren verhindern. Die Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen fiel wegen des Zweiten Weltkriegs aus.

Am 12. Januar 1947 traf sich ein großer Teil der alten Mitglieder zu einer Versammlung und hauchte dem RC (zum zweiten Mal) neues Leben ein. Es galt zunächst, die Finanzen und das Inventar in Ordnung zu bringen. Der Vereinsschrank war aufgebrochen worden, mehrere Wertpreise gestohlen. Auch das rollende Material hatte unter der langen Kriegszeit gelitten und musste mithilfe von »Toto-Geldern« neu beschafft werden. Korso-, Reigen- und Kunstradfahren brachten ebenso wie das Wanderfahren wieder einen Aufschwung.

Thurau und Hundertmarck dabei

1969 - 1 neu

Straßenrennen – gemeinsam mit den Nachbarvereinen »Torpedo Bruchenbrücken« und dem »RC 03 Ilbenstadt« – bildeten das Fundament für das in den 60er und 70er Jahren bekannte Pfingstrennen »Rund um die Walzenmühle Assenheim«, das später den Namen »Preis der Stadt Niddatal« trug. Hier waren später bekannte Fahrer wie Diedrich »Didi« Thurau oder Kai Hundertmarck am Start. Mitte der 80er Jahre wurde das Rennen wegen der immens gestiegenen Kosten eingestellt.

1981 wurde erstmals ein Volksradfahren veranstaltet, das bis heute fest zum Veranstaltungsprogramm des Clubs gehört. 1989 wurde das 75-jährige Jubiläum im großen Rahmen gefeiert, zu dem auch ein Preiskorsofahren gehörte. Zu Beginn der 90er Jahre wurde das Radwanderfahren als Sparte im Verein aufgenommen. Franz Klöckl ist bis heute der verantwortliche Fahrwart.

Geburtsstunde Team Edelweiss

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1998 formierte sich das Moutainbike-Team »Edelweiß«, das mitlerweile sowohl im Gelände als auch auf der Straße fährt. Im selben veranstaltet das Team parallel zum Volksradfahren eine »Cross-Country-Fahrt« in das Wintersteingebiet. Zu den vielfältigen Veranstaltungen gehören neben regelmäßigen Ausfahrten der Radwanderer, Rennrad- und Mountainbike-Fahrer auch Trainingsfahrten des »Team Edelweiß« nach Mallorca und mehrtägige Ausflüge in die heimischen Mittelgebirge.

Sportlich sind die einzelnen Abteilungen auf Hallenradsportveranstaltungen, RTF- und CTF-Veranstaltungen, sowie an Marathon und Etappenfahrten vertreten. Auch Triathleten und Ausdauerläufer, bis hin zum Ultramarathon, gehen für den RC an den Start.