An Fronleichnam begann unter der bewährten Führung von Franz Klöckl für 10 Edelweiß-Vereinsmitglieder eine viertägige Tour durch das Elsass.
Zunächst ging es mit der Bahn von Wöllstadt über Frankfurt nach Saarbrücken, das gegen Mittag erreicht wurde. Von dort machte sich die Gruppe unverzüglich auf den Weg, denn die Wettervorhersage war nicht nur für diesen Tag nicht besonders günstig. Ca. 60 km waren bis nach Mittersheim zu bewältigen, was auf Grund der relativ flachen Strecke auch kein Problem war. Eine lange Zeit am Saar-Kanal entlang wurde in Wittring eine kurze Erholungspause eingelegt, in der mit einigen kühlen Getränken der doch recht hohen und auch schwülen Umgebungstemperatur entgegengewirkt wurde. Hin und wieder ein Blick zum Himmel, aber Bedrohliches ergab sich zunächst nicht. Es war ein sehr schöner Tag zum Radfahren in einer ruhigen und manchmal geradezu beschaulichen Gegend.

Planmäßig wurde das Ziel in Mittersheim erreicht und nach einer erfrischenden Dusche versammelte man sich wieder zu einem kühlen Bier, bevor man zum ersten Mal auf dieser Fahrt die elsässische Küche kennenlernte. Ein positives Erlebnis, das durch den Wein aus der Region noch vollkommener wurde. Just in dem Moment fielen die ersten Regentropfen. Später weitete sich das zu einem ordentlichen vier- bis fünfstündigen Gewitter mit entsprechenden Regenmengen aus, was für den nächsten Tag nicht Gutes zu verheißen schien.

Nach einer dadurch etwas unruhigen Nacht wurde die zweite Etappe in Angriff genommen. Erstaunlicherweise waren die Straßen und Wege trotz der Wassermengen trocken und gut befahrbar. Lediglich viele Blätter und Aststücke ließen darauf schließen, was sich abgespielt haben musste. Nun ging es weiter Richtung Saverne bzw. Steinbourg, wobei auch an diesem Tag ein Kanal mit seinen Booten ein ständiger Begleiter war. Die Anstrengungen – meist die Überwindung der kurzen steilen Rampen an den Kanalschleusen – hielten sich also in Grenzen und nach einer Mittagsrast in Niderviller setzte die Gruppe ihre Fahrt munter und guter Dinge fort. In Saverne wurde die schöne Altstadt mit dem großen Chateau Rohan besichtigt, bevor die letzten Kilometer zum Hotel in Steinbourg in Angriff genommen wurden. Dort angekommen hatten einige das dringende Bedürfnis, aus der sitzenden in die liegende Position zu kommen, denn es gab ein Schwimmbad in dem Hotel. An diesem à la carte-Abend konnten dann wirklich „Original-Elsässer-Flammkuchen“ verzehrt werden, die ein Genuss waren. Dazu ein/zwei Edelzwicker – mhmhm.

Am dritten Tag hieß das Ziel Andlau. Das bedeutete entlang der Vogesen auf der Elsässischen Weinstraße ein beständiges Auf und Ab. Statt der schönen Damenrücken sah man nun weniger schöne Höhenrücken. An Weinbergen vorbei wurden einige Steigungen präsentiert, die durchaus anspruchsvoll waren. Und an einer hieß es dann auch „Schiebung“.
Unterwegs wurden in Molsheim die Energiespeicher mit Hilfe von Crepes und Galettes wieder aufgefüllt. Weiter ging es über Rosheim und Obernai nach Mittelbergheim, wo man eine kurze Rast bei einem Winzer einlegte. Dann noch die letzten Meter zum Hotel in Andlau.
Nach dem Drei-Gänge-Menue am Abend merkte man bei dem einen oder anderen doch schon eine gewisse Wehmut, dass diese schöne Tour langsam dem Ende entgegenging.

Am Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte, sollte es an Straßburg vorbei nach Offenburg gehen. Da die Ankunft für den vorgesehenen Zug allerdings zu früh gewesen wäre, wurde unprogrammgemäß eine Schleife bis nach Straßburg eingebaut. Diese führte am Rhein-Rhone-Kanal vorbei. Eine wunderschöne, mit alten Platanen auf beiden Seiten bestandene Wasserstraße, die durch die Baumkronen ein regelrechtes Blätterdach hat.
Ein „Kunstwerk“ besonderer Art musste noch bezwungen werden – nämlich die Fahrrad-Brücke über den Rhein. Eine tolle Konstruktion, die schon von weitem beeindruckte.

 

 

In Offenburg angekommen machte sich wegen der Mitnahme der Reisegruppe in der Regionalbahn eine gewisse Nervosität breit, da

natürlich auch noch andere mit Rädern unterwegs waren. Doch es klappe alles bestens. Ab Karlsruhe ging es dann „fürstlich“ mit dem IC und reservierten Stell- und Sitzplätzen wieder gen Heimat.

Bemerkenswert bleibt, dass die Elsässer sehr freundlich sind, was besonders auf die Autofahrer zutrifft, die im Gegensatz zu unserer heimischen Erfahrung sehr rücksichtsvoll sind. Es wird für die nächste Zeit wieder eine Umstellung bedeuten. Auch sprachlich gab es keine Schwierigkeiten, da fast alle Personen, mit denen man in Berührung kam, zumindest etwas Deutsch sprachen, meistens sogar sehr gut.

Zusammengefasst: Nach insgesamt 290 gefahrenen km und ca. 1.450 hm entließ ein erleichterter Gruppenführer nach einer Bilderbuch-Tour ohne Pannen und Verletzungen alle wieder nach Hause.

Verfasser: Christian Schneider / Franz Klöckl